Ein Mutmachbeitrag an die Pioniere

Von der Pionierin Beatrice Reszat

Ein Pionier zu sein, ist nicht der einfachste Job. Mit dem Strom zu schwimmen, ist so viel einfacher als stromaufwärts – und wir sind eine bequeme Gesellschaft. Der Erste, der den Dschungel durchquert, muss einen Pfad in das scheinbar undurchdringliche Dickicht schlagen, damit andere, die diesen Pfad vielleicht nicht gefunden hätten, folgen können. Das braucht Durchhaltevermögen, sehr viel Gottvertrauen und vor allem Mut!

Den Mut, anders zu sein. Den Mut, ins Unbekannte aufzubrechen und nicht zu wissen, was dich erwartet – mit nichts als deinem Herzen als Kompass. Vielleicht musst du sogar viele Jahre Einsamkeit durchstehen, weil du das Gefühl hast, nicht dazuzugehören und von anderen für seltsam gehalten wirst. Manchmal hast du dieses Gefühl sogar in der eigenen Familie. „Haben die mich im Krankenhaus vertauscht?“, habe ich mich manches Mal gefragt.

Wir haben ein großes Bedürfnis nach Sicherheit. „Lieber Gott, gib mir die Fähigkeit, alles zu kontrollieren, Amen!“ – „Nein, aber ich gebe dir die Fähigkeit, immer weiterzuwachsen, deinen freien Willen, um zu entscheiden, Neues zu entdecken – und meine Unterstützung!“ Durch die Brille des Furchtlosen ist die Welt ein Ort voller Möglichkeiten!

Ich habe so viel Angst gehabt in meinem Leben! Angst, ausgelacht zu werden; Angst unterzugehen; Angst zu mir selbst zu stehen, weil ich dachte, das was ich bin, ist nicht gut genug. Nach Dutzenden von Seminaren, nach denen ich hoffte, die Angst endlich hinter mir zu lassen, habe ich gemerkt: So läuft das nicht. Man kann die Angst nicht einfach verjagen, wie eine lästige Stechmücke, schließlich wurde sie ja eingeladen – und zwar von mir!

Ich habe gelernt, besser mit meinen Ängsten umzugehen und einige konnte ich auch verabschieden – in Frieden und Dankbarkeit. Aber es gibt immer noch welche und – oh Schreck – manchmal kommen neue dazu. Und hier kommt wieder der Mut ins Spiel! Denn Mut heißt nicht, zu warten, bis die Angst vorbeigeht, sondern trotz der Angst loszugehen – und vielleicht einfach mal die Angst zu fragen, was sie denn eigentlich von mir will. Vielleicht ist es ja etwas sehr Nützliches!

Ein Pionier braucht Mut! Nur so wurden neue Erdteile entdeckt, große Erfindungen gemacht und enorm wichtige Schritte für die Menschheit getan. Immer wieder gab es Pioniere, die sich für eine Sache, die ihnen wichtig war, vor die Welt gestellt haben und gesagt haben: „Ich stehe dafür ein, weil ich daran glaube!“ Manche gaben als Einsatz sogar ihr Leben.

Die Abschaffung der Sklaverei, Straffreiheit für Homosexualität, Umweltschutz, Frieden – immer wieder gab und gibt es Pioniere, die vorausgehen, einem inneren Licht folgen, damit diese Welt ein besserer, ein menschlicherer Ort wird! Sie sind wichtige Leuchttürme für die Menschen! Weltveränderer, Weltenerbauer! Nein, das ist kein einfacher Job, aber vielleicht der wichtigste auf Erden!

»Sammle die Steine auf deinem Weg – und bau dir ein Haus daraus!« Beatrice Reszat

Es braucht nur einen Menschen, der an dich glaubt – und das bist du!

Für mein Buch habe ich so viele Geschichten solcher Pioniere gesammelt; nicht alle konnten darin Platz finden, weil es mehr von ihnen gibt, als man glaubt. Ich tat es, weil es mir selbst Mut machte, nicht aufzugeben!

In der Medienbranche, in der ich arbeite, wurde ich viele Jahre lang belächelt. Die Träumerin mit den komischen, esoterischen Ansichten. „Haha, ja klar, Liebe! Sieh dir die Welt doch an!“, haben sie gesagt. „Ja genau“, dachte ich, „sieh dir die Welt doch an!“

Ich habe Fernsehkonzepte angeboten für Fernsehsendungen, die den Menschen guttun, sie aufbauen sollten. Habe Lieder geschrieben, mit denen ich Herzen berühren wollte und ein Buch, in dem ich die Liebe interviewt habe. Und das, was mir lange Zeit am meisten entgegenschlug, war Ablehnung – abgesehen von einem ständigen Kampf ums Überleben, weil ich so kein Geld verdiente.

Und ja, ich war manches Mal nah davor, zu resignieren. Doch dieser göttliche Funke in mir war – Gott sei Dank – stärker! Und mein Mut war schlussendlich doch größer als meine Angst. Dann wurde mir klar, dass ich vieles erlebt habe, damit ich es weitergeben kann. Nicht als jemand der mit erhobenem Zeigefinger sagt, wie es geht, sondern als jemand, der sagt: „Ich fühle mit dir, denn ich bin diesen Weg auch gegangen, habe deine Tränen auch geweint.“

Diese Erkenntnis war ungemein tröstlich. Darum schrieb ich dieses Buch. Um jeden zu unterstützen, der seinen Weg gehen möchte, auch wenn der Rest der Welt sagt: „Du spinnst!“ Der Rest der Welt läuft nicht in deinen Schuhen. Deine Idee, deine Vision braucht nur einen einzigen Menschen, der an dich glaubt – und das bist du! Ich schrieb es aber auch für die, die dieses Pioniertum in sich tragen, um ihnen zu sagen: „Folge deinem Ruf und geh deinen Weg! Er mag lange Zeit steinig sein, doch er ist der erfüllendste, den es gibt!“

Ein Pionier zu sein, ist eine große Aufgabe und eine große Ehre! Denn wenn du diesen Berg bestiegen hast, wird die Aussicht unbeschreiblich schön sein! Und über sich selbst hinauszuwachsen ist das größte Wachstum, das ein Mensch erlangen kann.

Jetzt beginnen die Menschen, meine Stimme zu hören, meine Worte zu lesen, meine Musik zu lieben – und es erfüllt mein Herz mit so großer Freude, mit Liebe zu den Menschen und Dankbarkeit. Der Weg war oft voller Steine, Blut, Schweiß und Tränen – und doch … Ich würde ihn immer wieder gehen –, weil das mein Leben ist, der Grund, warum ich hier bin. Ich bin ein Pionier, der weiß: Wir werden viele sein!

Auszüge aus:

Mutmachbuch für Träumer – denn hinterm Horizont geht’s weiter!

Die Königsdisziplin des Träumers – Träumen von einer besseren Welt

Heile die Welt, mach sie zu einem besseren Ort!

»Heal the world, make it a better place!« singt Michael Jackson. Etwas davon schlummert in jedem von uns: die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sie schöner zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Doch können wir das überhaupt?

Wir leben in einer Welt, in der vieles im Argen liegt. Überall Terror, grausame Kriege, Hunger, Sklaverei und Umweltzerstörung. Es gab Zeiten, da haben mir die Nachrichten und der Anblick von Leid, besonders bei Kindern und Tieren, manchmal schier das Herz zerrissen. Ich fühlte mich ohnmächtig, völlig überfordert und unfähig, dem etwas entgegenzusetzen.

Bis ich mich eines Tages fragte, wem ich damit nütze. Was hilft es der Welt, wenn ich verzweifelt und hoffnungslos bin? Es ist so ähnlich, als wenn du einem Menschen begegnest, der behindert ist oder vielleicht durch einen Unfall entstellt, und du voller Mitleid und Entsetzen auf ihn schaust. Hilft ihm das? Sicher nicht! Und was für ein Gefühl wird ihm das geben?

Ich beschloss, meine ganze Konzentration darauf zu verwenden, in allem immer das Schöne zu entdecken. Ich nehme die Schönheit dieses Planeten, der unsere Heimat ist, uns versorgt und trägt, seitdem viel bewusster war. Ich bin dankbar für meine Nahrung, das Wasser, das aus meinem Hahn läuft. Freue mich über jede Kuh, die auf der Weide grasen darf. Es geht nicht darum, die Augen zu verschließen vor dem, was schrecklich ist. Es geht um das, was du nährst mit deinen Gedanken und Gefühlen.

Auch ich träume von einer friedlicheren, einer gesünderen, einer liebevolleren Welt. Und ich habe mir völlig abgeschminkt, mich mit dem Satz »Was kann ich alleine schon ausrichten?« herauszureden.

Als es mir finanziell lange Zeit sehr schlecht ging und ich eigentlich ständig mit meinem Überlebenskampf beschäftigt war, war ich oft frustriert. Nicht nur, dass ich mit meinen Träumen nicht weiterkam, ich konnte auch sonst nichts ausrichten ohne Geld.

Dann habe ich damit begonnen, mir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und im Internet Petitionen zu unterzeichnen. Es gibt großartige Plattformen, die viel bewegen, ich lese oft die Erfolgsgeschichten als Gegenentwurf zur Welt der Nachrichten. Das Eingeben meiner Daten kostet mich lediglich meine Zeit und ein bisschen tippen. Und das ist mir eine lieb gewonnene Gewohnheit geworden.

Und wenn ich dann von den Erfolgen lesen durfte, die manche Aktionen gehabt haben, befreite Gefangene, eine Frau, die man nicht gesteinigt hat, ein Mädchen, das nicht zwangsverheiratet wurde, Tierbabys, die aus den Fängen brutaler Händler gerettet wurden, dann war ich froh, dass ich vielleicht ein kleines Fünkchen dazu beigetragen habe.

Liebe in Aktion!

Ich glaube an die Wirkung von Homöopathie, nicht nur bei Krankheiten. Ich glaube, dass ein kleiner Tropfen Liebe in einem Ozean aus Gleichgültigkeit etwas bewirkt. Du merkst es vielleicht nicht sofort, aber es wirkt. Darum wäre es schön, wenn wir gemeinsam aus unseren vielen Tropfen ein großes Meer machen würden, denn wir haben alle die Möglichkeit dazu!

Ich werde noch immer hier und da belächelt, wenn ich sage, dass ich kein Fleisch esse. Anstatt zu würdigen, dass ich diesen Schritt gemacht habe und dadurch meinen Teil dazu beitrage, dass weniger Fleisch auf grausame Weise erzeugt werden muss, kriege ich zu hören, ja, aber Fisch isst du doch. Die müssen ja auch sterben. Wenn jede Schulklasse zu einem Besuch im Schlachthof verdonnert werden würde, wäre das Problem sofort gelöst!

Ich möchte niemanden verurteilen, das steht mir nicht zu, ich möchte nur darauf hinweisen, dass alles, was wir tun, Konsequenzen hat. Jede Entscheidung, die wir treffen, hat Auswirkungen auf uns selbst und andere Menschen und Lebewesen. Und je bewusster wir uns dessen sind, umso achtsamer werden wir leben und auch glücklicher. Das hat wiederum Einfluss auf unsere Umwelt!

Wenn also jemand sagt, ich weiß, was mit den Tieren geschehen ist, die ich esse, und ich nehme es in Kauf, okay, dann ist es seine bewusste Entscheidung, ob ich die gutheiße oder nicht, ist völlig unwichtig. Wenn aber jemand sagt, ich will mein Fleisch essen, der Rest interessiert mich nicht, ich will da nicht hinschauen, dann ist es in meinen Augen eine Entscheidung gegen die Mitverantwortung.

Und die brauchen wir, um diese Welt zu verändern. Das Gefühl, dass wir alle mit allem etwas zu tun haben, weil es nämlich genauso ist! Das betrifft alle Menschen, die hungern und leiden, unter anderem auch deshalb, damit es uns so gut geht. Wir alle tragen Verantwortung für diese Welt.

Darum möchte ich dich ermutigen, von einer Welt zu träumen, in der wir in Liebe und Frieden miteinander leben. Wobei träumen natürlich nicht heißen soll, in der Hängematte zu schaukeln und sich schöne Bilder auszumalen. Das kann gerne auch geschehen, aber ich rede von »love in action«, Liebe in Aktion.

Träumen ist nur der Anfang, denn auf einen starken Traum folgt immer die Tat! Und unterschätze niemals die »kleinen« Träume. Sie können der Schneeball sein, der eine riesige Lawine erzeugt. Es ist oft genug passiert.

»Es ist unser aller Erde. Sie hat genug Platz und Nahrung für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.«

Mahatma Gandhi

Meine Freundin Katrin geht ins Altersheim und liest den alten Leuten vor, die keine Familie haben. Neulich hat sie einer Frau, die schon fast blind war, eine Brille bezahlt. Die Frau ist ihr weinend um den Hals gefallen. Hat sie dadurch die Welt verbessert? Ganz bestimmt!

Maren ist Therapeutin und geht ins Kinderhospiz, um den Eltern beizustehen, deren Kinder sterben müssen. Ohne Bezahlung. Es spielt keine Rolle, ob du für deine alte Nachbarin die Einkäufe erledigst oder in Indien Krankenhäuser baust. Jeder, wie er kann. Doch je mehr von uns diesen Traum von einer besseren Welt leben, umso mehr wird sie sich in das verwandeln, was wir uns zutiefst wünschen: eine friedliche, wunderschöne Heimat, die uns alles gibt, was wir brauchen.

Singe dein Lied!

Ein anderer Mensch, dem ich persönlich begegnen durfte und der mich nachhaltig beeindruckt hat, ist Harry Belafonte. Schon alt und zerbrechlich ging er am Gehstock und wirkte dennoch unglaublich vital und strahlend. Er drückte mir lächelnd die Hand, und als er mir direkt in die Augen sah, hatte ich das Gefühl, neben ihm der einzige Mensch im Raum zu sein.

Ich habe mir die Dokumentation über sein Leben angesehen, »Sing your song«, die ich sicher nie vergessen werde. Träumerfutter vom Allerfeinsten! Vom ersten Moment an packend, mitreißend, spannend und berührend und ein aufrüttelndes Zeitdokument über die Rassendiskriminierung, die in den 1950er Jahren die amerikanische Bürgerrechtsbewegung auf den Plan rief mit ihrer berühmten Leitfigur Martin Luther King, der übrigens ein guter Freund und Mentor Belafontes war.

Und da sind sie, die Bilder, die uns zeigen, was wir erreichen können, wenn wir zusammenstehen. Bei dem Marsch auf Washington 1963 versammelten sich an die dreihunderttausend Menschen vor dem Lincoln Memorial. Harry Belafonte hatte Prominente wie Marlon Brando, Sidney Poitier, Charlton Heston und Paul Newman zusammengetrommelt, die sich unter die Menschen mischten. Schwarze und Weiße hielten sich an den Händen und sangen »We shall overcome«. Ein überwältigender Anblick, dieses Lied zu hören aus so vielen Kehlen … Ich hatte Gänsehaut und Tränen in den Augen.

Dort hielt Martin Luther King seine weltberühmte Rede, die mit den Worten »I have a dream« begann! Tagelang war ich wie in einer Zeitschleife gefangen, weil ich an gar nichts anderes mehr denken konnte. Ich dachte darüber nach, wie viel seitdem geschehen ist und in welchem Ausmaß ein Mensch, ein Träumer wie Belafonte, diese Welt verändert hat. Harry Belafonte hat in seinem Leben so unglaublich viel für die Menschen getan, weil er niemals bei Ungerechtigkeit oder Leid einfach nur zuschauen konnte, er musste etwas dagegen tun.

»Meine Mutter hat mir beigebracht, dass es im Leben nichts gibt, was man nicht erreichen könnte, nichts, was wir nicht anstreben könnten. Und ich erinnere mich immer an ihren Rat, dass ich niemals einen Tag beginnen dürfe, der nicht irgendetwas dazu beitragen würde, die Ungerechtigkeit dieser Welt zu bekämpfen.«

Belafonte brachte übrigens unter anderem einundachtzig Studenten aus Kenia nach Amerika und finanzierte ihnen ein Studium. Mit der Auflage, dass sie danach in ihre Heimat zurückgingen, um die Menschen dort zu unterstützen. Einer von ihnen war Barack Obama senior!

Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst!

Der Traum, wie wir diese Welt verwandeln könnten, treibt mich unaufhörlich an. Dafür lasse ich mich auch gerne ab und zu belächeln als naive Spinnerin. Das kenne ich schon, und wir werden sehen, wer zuletzt lacht!

Es gibt den Begriff der »kritischen Masse«. Das bedeutet, dass nicht eine gesamte Gruppe von einer Strategie überzeugt werden muss, sondern nur eine bestimmte Anzahl von Menschen. Ist dieser Schwellenwert überschritten, die kritische Masse also erreicht, wird sich diese Strategie selbsttragend durchsetzen. Das ist eine äußerst wichtige Information. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, wie viele denken. Wir sind auf dem besten Weg, diese kritische Masse zu erreichen!

Der Traum von einer friedlichen Welt hat die größten Geister dieses Jahrhunderts zu Leuchtfeuern gemacht, jeder kennt ihre Namen: Nelson Mandela, Martin Luther King, Gandhi. Sie waren sogar bereit, für ihren Traum zu sterben. Ihr Vermächtnis sollte uns täglicher Ansporn sein.

Gandhi sagte: »Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst.« Willst du Frieden, lebe friedlich, willst du Liebe, lebe Liebe! Es ist so einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen, dass sie sich ändern müssten. Wenn jeder Einzelne von uns bei sich selbst anfinge, käme das Ergebnis einem Wunder gleich!

Wenn du wie ich von einer gerechteren, besseren Welt träumst, in der die Menschen friedlich und mit der Natur im Einklang leben, tu einfach das, wozu du im Stande bist. Und sage dir nicht ständig, dass das zu wenig sei! Alles hat einen Einfluss, denn alles ist mit allem verbunden. Da können wir noch so viele Zäune ziehen und auf unseren Unterschieden beharren. Das wird nichts daran ändern. »In lak'ech« heißt ein alter Maya-Gruß, das bedeutet: »Ich bin ein anderes Du«.

Ein Mensch, der seine Träume lebt, hat Einfluss auf seine Umgebung, er ist auch ein Leuchtturm für andere. Sein Leben sagt: Seht her, es ist möglich! Beginnen wir endlich damit, uns als Teil des Ganzen zu fühlen, weil wir das sind. Dieser Traum wird uns nur gelingen, wenn wir ihn gemeinsam träumen, und dann bist du auch Teil meines Traumes, denn das wünsche ich mir von dir.

Dein Traum ist ein Teil des großen Traumes!

Wir wohnen in einem Land, in dem wir sehr privilegiert leben. Die meisten Menschen haben zu essen, sind krankenversichert und haben ein Dach über dem Kopf. Wir erleben nicht täglich hautnah das Gemetzel von Terroristen, wir wohnen nicht mitten in einem Kriegsgebiet und müssen nicht im Bombenhagel Hals über Kopf unsere Sachen packen.

Wir leben in einer Zeit, in der ein Prozent der Weltbevölkerung mehr besitzt als die restlichen neunundneunzig Prozent! Das kann nicht gesund sein. Diese Welt liegt in unseren Händen! Und jede kleine Geste, jeder Akt des Mitgefühls, der Nächstenliebe, der Gemeinschaft bringt ein wenig mehr auf der Habenseite der kritischen Masse.

Wir sind hier zu Gast, der Boden unter unseren Füßen ist nur geliehen. Er wird noch sein, wenn die murmelnden Flüsse unsere Geschichte erzählen und wir der Staub auf den Sternen sind. Wir schulden diesem Leben, dieser Welt und allen Lebewesen unsere Achtung, unseren Respekt und unsere Anständigkeit. Und der Traum, die Vision von einer besseren Welt braucht unsere Kraft, unsere Aufmerksamkeit und unsere täglichen Schritte.

Die Indianer sagen, wir sollen in dem Bewusstsein leben, dass unsere Entscheidungen unsere Nachkommen bis zur siebten Generation betreffen, und somit diese Erde so behandeln, dass es auch unseren Nachfahren möglich sein wird, hier ein gutes Leben zu führen. Und das ist nicht die einzige Weisheit, die wir uns von diesem weisen Volk abschauen sollten! Herrscht doch in unserer Welt oft die Haltung: »Nach mir die Sintflut!«

»Wenn viele Menschen viele kleine Dinge tun, dann können sie das Gesicht der Welt verändern«, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Für mich ist das der schönste und der wichtigste Traum von allen! Lasst ihn uns gemeinsam träumen, zuversichtlich und kraftvoll, und ihn jeden Tag füttern mit unseren Gedanken und Taten, und er wird wahr werden. Das ist ein Naturgesetz! Wir haben es in der Hand!

Du bist nicht alleine!

Die vielen Jahre, in denen ich meine Träume verloren habe und sehr unglücklich war, haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Heute weiß ich, dass ich sehr wertvolle Erfahrungen sammeln durfte, darum war es ein guter Weg!

Und er hat mich auch zu dir geführt und mich dazu gebracht, an dich zu appellieren, deine Träume nicht aufzugeben. Und ich wollte dir zeigen, dass du nicht allein bist. Auch wenn es dir manchmal so erscheinen mag in dieser Welt, die im Höher-Schneller-Weiter-Modus festhängt, in der heiße Luft zu teurem Duft wird und rostiges Blech, auf Hochglanz poliert, als Gold verkauft wird.

Wir Träumer sind eine schweigende, lächelnde Armee, wir folgen unserem Stern, wissen um verborgene Schätze, tauchen nach schimmernden Perlen und erklettern Berge, von deren Gipfeln wir die Sterne berühren. Du bist einer von uns. Bekenne dich zu deinen Träumen, und du wirst uns begegnen, überall. Und eines solltest du nicht vergessen, mein lieber Träumer, die Welt braucht dich!

Du bist nicht hier, um zu überleben, und du bist auch nicht hier, um darauf zu warten, dass dich irgendjemand durch das Ziel trägt, das du seit Ewigkeiten anstarrst. Du bist hier, um das Leben auszukosten, all seine Süße zu schmecken. Du bist auf diese Welt gekommen, um deinen Weg zu gehen, der so ist wie keiner, weil du bist wie keiner.

Wenn es stimmt, dass die Welt Klang ist, was ich glaube, dann sind wir jeder ein anderes Lied. Und da gibt es kein Besser oder Schlechter, kein Kleiner oder Größer, denn jedes Lied erzählt seine Geschichte, erweckt ganz bestimmte Gefühle in anderen Menschen. Ob es eine leise, stille Ballade ist oder ein Heavy-Metal-Song, es ist dein Klang, dein Ausdruck, der genauso wertvoll ist wie der eines jeden anderen Menschen.

Du bist dazu bestimmt, zu leuchten!

Und feiere dich für alles, was du bist! Für alles, durch das du bereits hindurchgegangen bist, was dich geschält und gereinigt hat! Für jeden Moment, in dem du tapfer wieder aufgestanden bist, dir den Staub von den Kleidern geklopft hast und nicht aufgegeben hast. Als du deine stummen Schreie die ganze Nacht in den Himmel geschleudert hast und am Morgen dennoch wieder durch deine Tür getreten bist, um deinen Platz in der Welt einzunehmen.

Ich wünsche dir, dass du deine Kraft erkennst, das Licht, von dem Nelson Mandela spricht, denn du bist dazu bestimmt zu leuchten. Verstecke es nicht, um dich klein zu machen. Und wenn du scheinst, werden es auch andere tun. Mögest du in einer ruhigen Brise des Friedens stehen, wenn die Stürme dich umtosen. Mögest du leuchten und leben und spielen, in diesem einzigartigen Leben auf diesem wunderschönen Planeten. Denn das ist der Sinn unseres Daseins: zu leben!

Warte nicht auf Rettung oder auf den richtigen Tag. Warte nicht auf die Antwort oder die Erleuchtung. Warte nicht darauf, dass irgendeine Tür aufgeht oder dass dein Schmerz oder dein Zweifel endlich verschwinden. Du lebst nicht in einem Wartesaal, in dem irgendwann ein Zug einfährt, der dich ans Ziel bringt. Hör auf nach der perfekten Lösung oder der perfekten Methode zu suchen. Gehe jetzt. Es ist immer jetzt. Und es beginnt immer bei dir!

Eines Tages wirst du gehen, aber du kannst dein Lachen zurücklassen, das Echo deiner Musik. Du bist Gast auf einem Planeten voller Möglichkeiten. Voller Menschen, die ähnliche Sehnsüchte haben wie du. Schau ihnen in die Augen, und du wirst dich erkennen und deine eigenen Träume.

Ich bitte dich, geh nicht, bevor du dein Lied gesungen hast!

Deine Beatrice Reszat

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